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Pro Natura Standpunkt Feuerbrand
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Hochstamm-Obstbäume
sind wertvolle Elemente der Kulturlandschaft und können zum Schutz der Artenvielfalt beitragen. Pro Natura setzt sich nach wie vor für deren Erhaltung ein.
Feuerbrand
ist eine grosse Gefahr für die Hochstamm-Obstbäume. Der Mensch hat durch internationalen Handel und durch die Klimaerwärmung zur Ausbreitung dieser Bakterienkrankheit beigetragen. Die Bekämpfung des Feuerbrandes ist für die Erhaltung der Hochstamm-Obstbäume wichtig. Die Wahl der Mittel muss aber abgewogen werden und darf keine neuen ökologischen Probleme schaffen. Langfristig müssen wir lernen, mit dieser Krankheit umzugehen.
Kontrolle und Prävention
Der Prävention kommt im Kampf gegen den Feuerbrand eine zentrale Rolle zu. Durch sachkundige Kontrolle der Obstbaumbestände und der Wildsträucher in deren Umgebung, durch gezielte Ausmerzung kranker Pflanzen und durch die Einhaltung wichtiger Hygienevorschriften im Umgang mit Wirtspflanzen kann die Ausbreitung der Krankheit wirksam eingedämmt werden.
Ausmerzung und Pflanzverbot von anfälligen Zierpflanzen
Anfällige Zierpflanzen wie Cotoneaster spp., Pyracantha sp., Stranvaesia sp. und Chaenomeles sp. haben keine ökologische Bedeutung für die einheimische Flora und Fauna. Sie sind unnötige Ausbreitungsherde des Feuerbrandes und sollen gerodet, resp. nicht mehr gepflanzt werden.
Rodungsaktionen von Hochstamm-Obstbäumen oder wilden Wirtspflanzen
dürfen nicht präventiv erfolgen. Nur kranke Bäume und Sträucher sollen vernichtet werden. Sie sind durch Neupflanzungen zu ersetzen.
Einsatz von Antibiotika (Streptomycin)
ist vor allem aus humanmedizinischen Gründen bedenklich. Die Auswirkungen von Antibiotika auf Boden- und Baumlebewesen sind aufgrund des aktuellen Wissensstandes nicht abschätzbar. Das Problem des Feuerbrandes kann mittels Antibiotika nicht gelöst werden. Deren Wirkungsgrad ist beschränkt und rasche Resistenzbildung ist zu erwarten. Pro Natura lehnt Antibiotikaeinsätze zur Feuerbrandbekämpfung ab.
Generelle Pflanzverbote für wilde Wirtspflanzenarten und sorten wie Mehlbeerbaum
(Sorbus aria), Weissdorn (Crataegus spp.), Vogelbeerbaum (Sorbus
aucuparia) oder andere einheimische Wildgehölze werden abgelehnt. Die ökologische Bedeutung von Hecken ist mindestens so gross wie diejenige von Hochstamm-Obstbäumen. Eine künstliche Verarmung der zu pflanzenden Arten und Sorten ist aus Sicht des Artenschutzes eine Einbusse, die sich mit dem Argument der Erhaltung von Hochstamm-Obstbäumen nicht rechtfertigen lässt. In Gebieten, wo Feuerbrand stark und regelmässig in Obstgärten auftritt, können feuerbrandanfällige durch nicht anfällige einheimische Gehölze ersetzt werden.
Alternativen Bekämpfungsstrategien
Pro Natura setzt sich dafür ein, dass der Bund und die Kantone die Weiterentwicklung alternativer Bekämpfungsmethoden wie Bacillus
subtilis, Mycosin, oder die Züchtung von resistenten Sorten vorantreiben und die Prävention durch gezielte Kontrollen sowie durch breit angelegte Aus- und Weiterbildungsangebote fördern.
vom Zentralvorstand verabschiedet am 17. März 2001
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HOCHSTAMM SUISSE
c/o oekoskop, Gundeldinger Feld, Dornacherstrasse 192, 4053 Basel, Tel. 061 336 99 47
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